Leistungen — 09

Thermografie & Photovoltaik-Prüfung

Ein defektes Modul sieht aus wie ein funktionierendes. Im Wärmebild nicht.

Wärmebildaufnahme einer Photovoltaik-Freifläche, einzelne Module deutlich heißer

Eine Wärmebildkamera zeigt, was das Auge nicht sieht: das Modul, das sich stärker erwärmt als seine Nachbarn, weil eine Zelle nicht mehr mitarbeitet. Die Leitung, über der der Schnee früher schmilzt. Die Stelle in der Fassade, an der Wärme entweicht. Die Drohne fliegt die Fläche ab, die Auswertung ordnet jeden Befund seinem Modul, Abschnitt oder Bauteil zu.

Die Erkennung übernimmt ein Modell, das die typischen Fehlerbilder kennt: einzelne heiße Zellen, ganze Bypass-Dioden-Bereiche, verschattete Stränge, Verschmutzung. Es unterscheidet sie von dem, was nur nach Fehler aussieht — Reflexionen, Vogelkot, ein vorbeiziehender Wolkenschatten.

Photovoltaik-Freiflächen Aufdachanlagen Fernwärmenetze Gebäudehüllen

Warum eine Anlage Ertrag verliert, ohne dass es auffällt

Photovoltaik meldet keinen Ausfall, sondern liefert weniger. Ein Wechselrichter zeigt die Summe eines Strangs; dass in diesem Strang drei Module unter ihrer Leistung liegen, geht darin unter. Erst wenn ein größerer Bereich ausfällt, wird es in der Ertragskurve sichtbar — und bis dahin sind Monate vergangen.

Bei einer Freifläche mit mehreren tausend Modulen ist die Suche von Hand keine Option. Ein Techniker mit Handmessgerät braucht Tage, arbeitet notwendigerweise stichprobenartig und findet den Fehler nur dort, wo er sucht.

Dasselbe gilt für Wärmenetze. Eine Leckage in einer erdverlegten Leitung zeigt sich lange vor dem Druckabfall — als Wärmespur an der Oberfläche. Sichtbar ist sie nur im Wärmebild und nur zur richtigen Zeit.

Wie geflogen und ausgewertet wird

Thermografie ist eine Frage der Bedingungen, nicht der Kamera. Für Photovoltaik heißt das: ausreichende Einstrahlung, geringe Bewölkung, wenig Wind, und eine Anlage unter Last. Wird unter falschen Bedingungen geflogen, entstehen Aufnahmen, auf denen jeder Befund fraglich bleibt. Wir planen den Termin danach — nicht danach, wann die Drohne frei ist.

Geflogen wird in festem Raster mit gleichbleibendem Abstand, damit jedes Modul in vergleichbarer Auflösung erfasst wird. Wärmebild und normales Bild entstehen parallel, sodass zu jedem Befund die sichtbare Aufnahme danebensteht.

Die Auswertung verortet jeden Befund: Anlage, Tisch, Strang, Modulposition. Ein Bericht, in dem „irgendwo im nördlichen Feld ein heißes Modul" steht, spart niemandem Arbeit.

Was im Bericht steht

Je Befund: Position, Fehlerbild, Temperaturdifferenz zur Umgebung, Wärmebild und Foto nebeneinander, dazu eine Einordnung, ob es sich um einen Sofortfall handelt oder um etwas für den nächsten Wartungsgang.

Bei wiederholter Befliegung kommt der Vergleich zum Vorjahr dazu — dieselbe Auswertung wie bei der Veränderungserkennung, angewandt auf Wärmebilder.

Was das bringt

Bei Photovoltaik rechnet sich die Befliegung über den wiedergewonnenen Ertrag: Ein Prozent Leistungsverlust auf einer Megawatt-Anlage ist über ein Jahr ein vierstelliger Betrag. Dazu kommen die Nachweise, die Betreiber gegenüber Versicherung und Finanzierung ohnehin führen müssen.

Bei Wärmenetzen ist es die früh erkannte Leckage, bevor sie zur Grabung im Winter wird. Bei Gebäuden die belegte Schwachstelle statt der vermuteten.

Vorteile auf einen Blick

  • Jeder Befund modulgenau verortet, nicht nur „im nördlichen Feld"
  • Wärmebild und Foto nebeneinander — jeder Befund bleibt überprüfbar
  • Automatische Unterscheidung echter Fehlerbilder von Reflexionen und Verschmutzung
  • Termin nach den Messbedingungen geplant, nicht nach dem Kalender